Unser Heidkoppelmoor


Es gehört zu den kleineren Moorkomplexen in der Nähe der Wümme und hat eine gut erhaltene Pflanzenvegetation auf zusammen etwa 60 Hektar. Isoliert gelegen zwischen dem fruchtbaren Bachtal und der eiszeitlichen Sanddüne konnte sich das Feuchtgebiet naturräumlich gut entwickeln. Für die Nutzung als Ackerland war es natürlich nicht geeignet, aber benachbarte Moorflächen wurden auch mit hohem Arbeitsaufwand urbar gemacht.

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In zwei miteinander verbundenen Senken hat sich im Nordteil eine reizvolle Moorlandschaft gebildet. Dieser Teil ist, trotz Pfeifengrasbewuchs, am Besten erhalten und entspricht einem typischen Regen- oder Hochmoor. Das bedeutet, daß dort nur das Regenwasser für Feuchtigkeit sorgt, denn der Untergrund wirkt wie eine wasserdichte Badewanne. Nach Osten hin, Richtung Sanddüne, fällt das Gelände ab und gleichzeitig wuchsen dort vermehrt Birken. Diese wurden von uns zwischenzeitlich entfernt.

Die Gegend war 1968 nahezu baumfrei. Damals wurde ein eigener Sportplatz von der SG Wintermoor 08 e.V. dort angelegt. Heute ist das entkusselte Feuchtgebiet von einem Kiefernwäldchen umrandet, der alte Platz ist nun Ackerfläche.


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Frisch gewachsenes Torfmoos 

Im Südwestteil befindet sich in einem nahezu ovalen Gelände das mittlerweile sehr ausgetrocknete und von Moorkiefern bewachsene Heidemoor mit seinen typischen Pflanzen, u.a. der Krähenbeere, Glockenheide und Moosbeere. Der ehemaliger Handtorfabbau ist hier besonders gut anhand der übriggebliebenen Stege erkennbar. Der benachbarte Ackerbau bringt viele Nährstoffe ein, welche das empfindliche Gleichgewicht des Moores stören. Das Moor verwaldet hier zunehmend. Nach Westen hin schließt sich ein sehr kleines Moorfragment an.

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In einem Südostteil, nahe am Wohngebiet, befinden sich ein degenerierter Bauerntorfstiche mit Torfmoosen, Seggen und Wollgräsern sowie vielen Bäumen. Vor knapp 100 Jahren wurde mit einem Graben durch die Sanddüne hin zum Heidebach ein erfolgloser Versuch zur Entwässerung unternommen. Der alte Torfstich ist mit einem Schwingrasen zugewachsen und kann bei Betreten für feuchte Überraschungen sorgen 😉

Südostteil im Dezember 2010

Hinter der Düne befindet sich ein Schilfgürtel, welcher Kundige auf ein Niedermoor hinweist (es hat also Kontakt mit dem Grundwasser). Dieser Bereich entlang des Heidebachs ist besonders nährstoffreich, dort wachsen daher andere Pflanzen als in “unserem” Hochmoor.

Ein eigenes Landschaftschutzgebiet (LSG) wurde in den Achtziger Jahren auf Initative des Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Schneverdingen geplant, aber nicht eingerichtet. Die Fläche gehört heute zum Naturpark Lüneburger Heide und, wie der gesamte Lauf der Wümme, zum europäischen FFH-Schutzgebiet 38 “Wümmeniederung”. Nur knapp zwei Kilometer östlich befindet sich das Naturschutzgebiet “Lüneburger Heide”.

 


 

Nebenan

Hoch- und Heidemoore findet man ganz nah oder aber auch fern, z.B. hier:

  • Im Naturschutzgebiet “Heidemoor bei Ottermoor” auf der nördlichen Seite der Wümme.
  • Gagel im NSG "Heidemoor bei Ottermoor"

    Gagel im NSG „Heidemoor bei Ottermoor“

  • Im Pietzmoor bei Schneverdingen
  • Niedermoor in Ehrhorn

    Niedermoor in Ehrhorn

  • In Undeloh am Ortsausgang nach Wilsede (rechts)
  • Quellmoor der Este (Niedermoor in Richtung Ehrhorn)

    Quellmoor der Este (Niedermoor in Richtung Ehrhorn)

  • Im Lünzener Moor zwischen Schneverdingen und Lünzen.
  • Im Zahrensener Moor (Schwarzes Moor)
  • Zwischen Wesseloh und Eggersmühlen
  • und und und… (Tipps erbeten)